Bistum Trier richtet „Fachstelle Kinder- und Jugendschutz“ ein

Kultur der Achtsamkeit fördern

Bischof Stephan Ackermann bei der Pressekonferenz

Bericht von der Pressekonferenz zur Einrichtung der Fachstelle Kinder- und Jugendschutz (13. März 2012)

Das Bistum Trier hat am 13. März eine neue „Fachstelle Kinder und Jugendschutz“ eingerichtet. Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann und der neue Leiter der Stelle, Dr. Andreas Zimmer, stellten Aufgaben und Arbeitsweise der Stelle bei einem Pressegespräch in Trier vor. Dabei betonte Bischof Ackermann, dass die Fachstelle ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer „Kultur der Achtsamkeit“ sei. „Wir wollen eine Veränderung von Sicht- und Denkweisen, von Einstellungen“, betonte der Bischof.

Er unterstrich, dass eine solche Veränderung Zeit brauche: „Aber es liegt darin die Chance, wirksam und dauerhaft dafür zu sorgen, dass die Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen.“ Um dieses Ziel erreichen zu können, sei ein vernetztes Arbeiten notwendig. „Ich wünsche mir, dass das Netz fachlicher Vertiefung weiter geknüpft wird, zum Beispiel hin zu den Verbänden der Jugendarbeit oder den Frauenverbänden, die hier schon vieles auf den Weg gebracht haben“, sagte der Bischof. Darüber hinaus könne er sich auch Kooperationen mit den Universitäten im Bistum Trier, mit Opferberatungsstellen, die selbst präventiv arbeiteten oder auch mit den Präventionskonzepten der Polizei vorstellen. „Als Beauftragter der Bischofskonferenz erhalte ich bis heute von vielen Seiten Anregungen und Angebote zur Kooperation. Diese greife ich gerne auch für unser Bistum auf. Die Fachstelle wird unsererseits dafür die geeignete ‚Andockstelle’ sein“, sagte der Bischof.

Er erinnerte daran, dass die Deutsche Bischofskonferenz schon im Herbst 2010 eine „Rahmenordnung Prävention“ in Kraft gesetzt habe. Mit der Einrichtung der Fachstelle werde nun für das Bistum Trier die in dieser Rahmenordnung vorgesehene diözesane ‚Koordinationsstelle’ zur Unterstützung und Vernetzung der Präventionsaktivitäten eingerichtet. Ziel sei es, die Präventionsaktivitäten nachhaltig zu stärken. Es geht darum, „alle Personen im kirchlichen Bereich zu sensibilisieren und zu befähigen, Hinweise auf sexuellen Missbrauch zu erkennen und mit diesen angemessen umzugehen.“ So sollten sexuelle Übergriffe möglichst vermieden werden.

Andreas Zimmer, der seit dem Jahr 2000 für die Lebensberatungsstellen und die Telefonseelsorge im Bistum Trier verantwortlich ist, unterstrich, dass die Fachstelle dazu beitragen solle, dass „Kinder in der Kirche im Bistum Trier sichere Räume für ihre Entwicklung finden“ sollten. Mit der neuen Fachstelle gehe es darum, einen „lang andauernden und nachhaltigen Prozess der Qualitätsentwicklung in die Wege zu leiten, der dazu beiträgt, dass die Würde und die Rechte von Kindern und Jugendlichen künftig noch besser geachtet und geschützt werden.“ Hierzu werde die Fachstelle katholische Einrichtungen, Dienste und pastorale Aufgabenfelder bei der Beschäftigung mit dem Thema „Prävention sexueller Gewalt“ unterstützen. So würden bereits ab diesem Herbst Schulungen zum Thema „Nähe und Distanz“ gefördert.

Daneben, so erläuterte Zimmer weiter, sei der kirchliche Notar, der in der Fachstelle arbeite, auch für die Überprüfung der erweiterten polizeilichen Führungszeugnisse zuständig. Solche Führungszeugnisse benötigen alle Priester und sonstigen kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum Trier, die im Nah- und Abhängigkeitsbereich von Kindern und Jugendlichen arbeiten.