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Ausgewählte Bausteine

„Schutz des Kindeswohls“ für die Schulungsarbeit

Folgende Methoden und Übungen können bei Gruppenleiter/innen-Schulungen eingesetzt werden; sie helfen, für das Thema "Kindeswohl" zu sensibilisieren. Sie dienen aber auch dazu, Freizeitleiter/innen auf ihre Aufgabe vorzubereiten und sie zu begleiten.

Sie sind entnommen aus dem Handbuch für die Schulungsarbeit im Bistum Trier, Baustein „Schutz des Kindeswohls“. Das Handbuch kann bei der Abteilung Jugend des Bischöflichen Generalvikariates Trier kostenlos bestellt werden und enthält eine Material-CD.

  • Methode „Ich mag mich“

    Dauer:
    45 Minuten

    Material:
    Papier, Stifte

    Häufig fällt uns auf, was wir alles nicht an uns mögen und was wir nicht so gut können. Um
    zu einer stabilen Identität zu gelangen, ist es wichtig sich selbst Wert zu schätzen und auch
    die positiven Eigenschaften benennen zu können.


    Die Teilnehmer/innen sollen in dieser Übung eine Pyramide der eigenen Fähigkeiten und
    Stärken erstellen. Dabei sollen jene Dinge ganz oben stehen, die sie besonders an sich mögen.


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    Auswertung:
    In einem anschließenden Auswertungsgespräch können sich die Teilnehmer/innen ihre
    Gedanken und die gemachten Erfahrungen gegenseitig vorstellen.

  • Methode „Gruppenleiterprofil“

    Dauer:
    30 bis 45 Minuten

    Material:
    vorbereitete Plakate, Stifte, Arbeitsbogen

    Zuerst werden Kleingruppen gebildet, die sich mit der Frage nach den Eigenschaften
    einer Gruppenleiterin bzw. eines Gruppenleiters auseinander setzen sollen. Dann erhalten die Gruppen große
    Plakate, auf denen eine (lustige) Figur als Umrisszeichnung gemalt ist. In die Zeichnung
    tragen die Kleingruppen nun Eigenschaften ein, die ein/e Leiter/in haben sollte. Um die Figur
    herum werden Schwierigkeiten benannt und notiert, denen Gruppenleiter/innen bei ihrer
    Arbeit begegnen können. Vielleicht hilft hier auch der Hinweis, auf die Körperteile der
    Umrisszeichnung zu achten und ihre Aussagekraft zu nutzen (Kopf, Herz, Hände...).

     

    Anschließend werden die Ergebnisse ausgetauscht und das Wichtigste auf Plakaten festgehalten.

  • Methode „Verhaltenskodex“

    Kleingruppenarbeit

    Dauer:
    30 Minuten

    Material:
    Papier, Stifte, Plakat, Arbeitsblatt

    Die Teilnehmer/innen überlegen/diskutieren in Kleingruppen:

    • welcher Verhaltenskodex für sie persönlich als Gruppenleiter/in wichtig ist und warum,
    • ob es sinnvoll wäre, einen Verhaltenskodex zu entwickeln, der für alle Gruppenleiter/innen gilt, und ob dieser schriftlich festgehalten werden soll? (Pro & Contra Argumente)
    • und entwickeln einen exemplarischen Verhaltenskodex.

     

    Das Ergebnis soll im Plenum vorgestellt werden (nach Bedarf: Podiumsdiskussion im Plenum).

  • Methode „Rollenspiel“

    Dauer:
    60 Minuten

    Material:
    Vorbereitete Karten mit der Beschreibung der zwei Hauptrollen

    Die Situation:
    Zwei Jugendgruppen sind gemeinsam auf einem Wochenendausflug. Am ersten Tag leiten die beiden Gruppenleiter/innen ein Volleyballtunier an. Sie unterhalten sich dabei.

     

    Die Rollen:

    • Gruppenleiterin Eva, 19 Jahre: Sie kennt Tom bisher nur flüchtig, aber er ist ihr bisher schon öfters negativ aufgefallen. Er legt bei den Jungen viel Wert auf Stärke, Härte und Disziplin. Oft kommandiert er sie herum und beschimpft sie als „Schlappschwänze“ oder „Warmduscher“. Das nervt Eva tierisch an. Während des Volleyballturniers sagt er zu ihr über eine 14jährige Teilnehmerin: „Mannomann, die hat ja ganz schön dicke Titten. Da kann man ja gar nichts anderes machen, als drauf zu starren."
    • Gruppenleiter Tom, 25 Jahre: Er hält sich für einen klasse Typen. Er ist handwerklich geschickt, sportlich und hat Erfolg bei den Frauen. Die Kids von heute findet er lasch und verweichlicht: „Als ich noch in Eurem Alter war, herrschten hier ganz andere Sitten“, sagt er manchmal. Die Gruppenleiterin der anderen Gruppe hält er für eine Feministin, so eine Emanze, die sich für ach so politisch korrekt hält. Ständig findet sie irgendwas zu meckern – voll zickig! Ohne sich viel Gedanken zu machen, meint er während des Spiels zu ihr über ein 14jähriges Mädchen: „Mannomann, die hat ja ganz schön dicke Titten. Da kann man ja gar nichts anderes machen, als drauf zu starren.“

    Vorgehensweise:
    Vor dem Rollenspiel wird im Plenum zunächst die Situation vorgestellt. Dann sollen sich
    zwei Freiwillige melden, welche die Gruppenleiter/innen spielen. Sie bekommen außerhalb
    des Seminarraums ihre Rollen vorgelesen. Das Rollenspiel beginnt. Die übrigen Teilnehmer/innen simulieren während des Rollenspiels ein Volleyballspiel, sie sind aber auch angehalten, das Gespräch der Gruppenleiter/innen mitzuverfolgen.

    Um Konflikte in der Gruppe zu vermeiden, achtet der/die Teamer/in darauf, dass nach dem Spiel die Rollen wieder verlassen werden und die Spieler/innen wieder „runterkommen“.

    Auswertung im Plenum:
    Mögliche Fragen an die Rollenspieler/innen:

    • Wie ging es Dir als Eva oder Tom?
    • Welche Vor- und Nachteile hatte die jeweilige Rolle für Dich?
    • Wie haben die Reaktionen des/der Anderen auf Dich gewirkt?
    • An was denkst Du, wenn Du die Bezeichnung „Macho“ oder „Emanze“ hörst?
    • Worum ging es Deiner Meinung nach der anderen Person in der Auseinandersetzung?

    Mögliche Fragen an die Volleyballspieler/innen:

    • Wie haben Tom und Eva auf Euch gewirkt?
    • Was hätten die beiden anders machen können?
  • Methode „Ja, Nein, Stopp“

    Dauer:
    45 bis 60 Minuten

    Material:
    Stoppuhr

    Übung 1:
    Die Teilnehmer/innen gehen paarweise zusammen. Eine/r fängt an, der/dem Partner/in Fragen zu stellen. Der/die Andere darf nicht mit ja oder nein antworten, nicht zögern und auch keine Gegenfrage stellen. Hält er/sie eine Minute durch? Danach Rollentausch.

    Übung 2:
    Nachdem ja und nein tabu waren, geht es jetzt nur noch darum: Die Gruppe stellt sich paarweise gegenüber. Die eine Person sagt nur ja, die andere nur nein - in unterschiedlichen Betonungen, Lautstärken, mit Mimik und Gestik. Danach Rollentausch.


    Auswertung zu Übung 1 und 2:

    • Was ist leichter gefallen: Ja oder nein sagen? Warum?
    • Was ist mir aufgefallen (bei mir selbst oder meinem Gegenüber)?
    • Was ist mir durch den Kopf geschossen?


    Übung 3:

    • Erste Variante: Paare neu mischen. Zu zweit gegenüberstehen im Abstand von etwa 5 m. Beide tun so, als ob sie einander nicht kennen. Zunächst einmal sollen beide fühlen, wie sie den weiten Abstand finden. Dann geht eine/r auf die/den anderen zu. Diese Person sagt „Stopp!“, wenn sie das Gefühl hat, so sei der Abstand in Ordnung, näher wäre zu nah. Kurz verharren und in den neuen Abstand einfühlen. Dann wird gewechselt.
    • Zweite Variante: Die/der Stoppsager/in stellt sich vor, es handelt sich bei der/dem Geher/in um eine Person, welche sie überhaupt nicht mag, und sagt wieder Stopp, wenn ihr die „gedachte“ Person nahe genug ist. Wiederum tauschen.
    • Dritte Variante: Diesmal ohne Vorstellung, der/die Geher/in wäre jemand anderes, sondern er/sie ist der Gruppenkollege/die -kollegin.

    Auswertung (paarweise) zu Übung 3:

    • Was hat Dich überrascht?
    • Wie gut ist Dir das Stoppsagen gelungen? Musstest Du es wiederholen?
    • Was ist Dir bei dem/der Partner/in aufgefallen?
  • Methode „Typisch Mann, typisch Frau“

    Dauer:
    1 Stunde

    Material:
    Plakate, Stifte; für die Variante: Arbeitsblatt, Stifte

    Die Teilnehmer/innen fertigen auf je einem Plakat Umrisse von einer Frau und einem Mann an. Danach werden in einem Brainstorming jeweils typische Verhaltensweisen (in Bezug auf das Leitungshandeln) gesammelt.

    Unter folgenden Fragestellungen können die Ergebnisse diskutiert werden:

    • Was fällt Euch auf?
    • Was davon ist in welchen Situationen förderlich/hinderlich?
    • Welche Eigenschaften möchtet Ihr für Euer Leitungshandeln übernehmen?
    • Welche der Beiträge haltet Ihr für Klischees? Vielleicht besteht am Ende der Diskussion Zeit und Lust, den Diskussionsverlauf nach geschlechtsspezifischen Positionen auszuwerten.

    Variante: Typisch Mädchen – typisch Junge:
    Jede/r Teilnehmer/in füllt in Einzelarbeit den Arbeitsbogen aus; in diesem Arbeitsbogen sollen Sätze über Mädchen bzw. Jungen vervollständigt werden. Es werden gleichgeschlechtliche Kleingruppen (ca. fünf Teilnehmer/innen) gebildet, die Plakate aus den Ergebnissen ihrer Arbeitsbögen erstellen. Dabei sollen die Einzelaussagen anonym bleiben.

     

    Die Ergebnisplakate werden getrennt nach Mädchen/Frauen und Jungen/Männern aufgehängt. Die Auswertung in der Gesamtgruppe erfolgt als Fish-bowl-Diskussion: Im Innenkreis diskutieren zuerst die Jungen/Männer, die Mädchen/Frauen hören im Außenkreis zu; anschließend werden die Plätze getauscht.

    Mögliche Diskussionsfragen:

    • In welchen Punkten fühlen wir uns richtig wiedergegeben bzw. missverstanden?
    • Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede gibt es in den Aussagen der Mädchen bzw. Jungengruppen?
  • Methode „Kindesmisshandlung erkennen“

    Dauer:
    20 bis 30 Minuten

    Material:
    Papier/ Plakate, Stifte; Arbeitsvorlagen


    Die Teilnehmer/innen sollen (in Kleingruppen oder im Plenum) überlegen, an welchen Kriterien sie erkennen können, ob ein Kind/Jugendlicher misshandelt wird. Diese Kriterien sollen im zweiten Schritt nach „sichtbaren Anzeichen“ und „Verhalten des Kindes/Jugendlichen“ sortiert werden.


    Danach kann das Ergebnis mit den Arbeitsvorlagen verglichen bzw. ergänzt werden.