Vorbeugung in Elternhaus, Schule und Kindertageseinrichtungen

Kinderschutz durch Aufklärung über mögliche Gefahren

Es ist schwierig, Kinder damit vertraut zu machen, dass ihnen auch Bedrohungen begegnen können. Es ist aber eine notwendige Aufgabe.

Kinder unterstützen bei der Ausbildung eigener sexueller Identität

Kinder sollten einen guten Bezug zu ihrem Körper mit seinen Bedürfnissen entwickeln; sie müssen eine Vorstellung erlernen können, wie ihre eigene sexuelle Identität gelingen kann. Wer den Kindern helfen will, unterstützt sie bei diesem schwierigen und schönen Lernprozess.

Scham - Flucht - Suche nach Hilfe

Dabei sollten Kinder auch lernen, der Situation, in der ihre Schamgrenze verletzt wird oder den Personen, die ihnen durch sexuelle Ausbeutung schaden wollen, zu entfliehen oder andere Menschen zu Hilfe zu holen oder sich zu wehren.

Schutz durch Selbstsicherheit

Zugleich müssen alle Kinder in ihrer Selbstsicherheit gestärkt werden. Denn die sich entwickelnde Stärke der Kinder ist auf Dauer ihr bester Schutz.

Kindeswohlgefährdung erfordert Einschreiten

Sexueller Missbrauch an Kindern und Schutzbefohlenen stellt eine Gefährdung des Kindeswohls dar. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe solche Delikte beobachten, davon Kenntnis erlangen oder vermuten, haben sie entsprechend der gesetzlichen Vorgaben des KICK (Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz) gemeinsam mit dem Kind und den Sorgeberechtigten die Gefährdung zu beenden. Unterstützend steht den Institutionen die "Insoweit erfahrene Fachkraft" (InsoFa) zur Verfügung. Hinweise geben diesbezüglich die zuständigen Jugendämter.

Für Schulen gelten vergleichbare Gesetze. Ergänzend gibt es einen Handlungsleitfaden sowie eine ergänzende Handreichung für Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen in den Schulen, die auf der Homepage der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zur Verfügung stehen.

Kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in Basisschulungen befähigt, sexuell übergriffige Menschen zu konfrontieren. Sie machen ihnen deutlich, dass sie respektloses und/oder übergriffiges Verhalten nicht dulden und dies ggf. zur Anzeige bringen.

Kinder brauchen die Nähe und Geborgenheit ihrer Eltern, damit sie Nähe und Geborgenheit nicht bei anderen Menschen suchen müssen. Einer besonderen Gefahr sind solche Kinder ausgesetzt, die unsicher, emotional vernachlässigt und deshalb übermäßig auf Zuneigung angewiesen sind.